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Herzlich willkommen zur 3. Ausgabe der Recruiting Times!
HR-Today Festival
Wir nahmen alle am HR-Festival 2025 teil und es war eine wahrlich grossartige Erfahrung! Der Tag war gefüllt mit spannenden Vorträgen, innovativen Ausstellungen und vor allem der Möglichkeit, zahlreiche bekannte Gesichter zu sehen und wertvolle neue Kontakte zu knüpfen. Hier ein kleiner Rückblick auf unser Abenteuer:

Früh am Morgen ging es los!
Unser Tag begann schon um 06:45 Uhr, als wir uns auf den Weg machten. Trotz eines langen Staus, erreichten wir unser Ziel um 8:50 Uhr (schneller als nach Paris im Januar ;) ).
Start der Vorträge:
Während @Ramon und @Janic sich gleich in einen Vortrag stürzten, nahmen sich Carmina die Zeit, sich umzusehen und bei einer Tasse Kaffee in Ruhe anzukommen, bevor auch sie ihren ersten Vortrag besuchten.
„Schwellen senken, Talente gewinnen: Recruiting-Prozesse ohne Stolpersteine“
Von zu langen Bewerbungsformularen bis hin zu umständlicher Kommunikation – es gibt zahlreiche Hürden, die den Weg zum idealen Talent versperren. Doch keine Sorge: gemäss Remo Tanner von Abacus Research AG gibt es einfache, aber wirkungsvolle Lösungen, um diese Schwellen zu reduzieren und den Prozess für Bewerbende angenehmer und effizienter zu gestalten.
Diese sind u.a.
- One-Click-Bewerbungen
- Einfache, klare und direkte Kommunikation mit Bewerbern (sei es via Chat, Bewerberkonto, Hotline oder WhatsApp)
- Auswahlkriterien (Must-haves) klar kommunizieren, vor allem in den Jobbeschreibungen
- Transparente Prozessschritte (z.B. Anzahl Interviews)
- Einsatz von Technologie vorantreiben (Mobile-First Ansatz, Video-Interviews, etc.)
Diese Implementierung ist nicht nur bei Grosskonzernen möglich, sondern auch bei KMUs. Des Weiteren können KMU durch ihre eigene Individualität und Authentizität punkten – ein Thema, welches u.a. beim Vortrag von “Smovie – Recruiting, Branding, Image: Dein Erfolg mit TikTok & Instagram” vertieft und praktisch veranschaulicht wurde.

„Workshift – warum wir heute anders arbeiten müssen, um unser Morgen zu retten“
Der zweite Vortrag war besonders aufschlussreich. Unter dem Titel „Workshift“ ging es um die Veränderungen, die wir in unserer Arbeitsweise vornehmen müssen, um langfristig erfolgreich zu sein und gleichzeitig eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Es wurde klar, dass wir uns den Herausforderungen der Zukunft stellen müssen, um den Wandel aktiv zu gestalten.
Warum halten sich manche Leute in Besprechungen zurück, selbst wenn sie eine gute Idee haben?
Warum geben manche lieber keine Fehler zu, obwohl das Team daraus lernen könnte?
Oft liegt der Grund nicht in mangelnden Fähigkeiten, sondern in einem fehlenden Gefühl von Sicherheit. Genau hier setzt das Konzept der psychologischen Sicherheit an.
Psychologische Sicherheit – warum sie für Teams so wichtig ist
Psychologische Sicherheit bedeutet, dass sich die Menschen in einem Team sicher fühlen, ihre Gedanken offen zu äussern – ohne Angst vor negativen Konsequenzen. Sie trauen sich, Fragen zu stellen, Zweifel zu haben, Fehler einzugestehen oder Ideen einzubringen, auch wenn diese noch nicht ausgereift sind.
Dieses Sicherheitsgefühl ist kein „Nice-to-have“, sondern eine Grundvoraussetzung für leistungsfähige, lernende Teams. Studien – z.B. von Google im Rahmen des „Project Aristotle“ – zeigen: Psychologische Sicherheit ist der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Fehlt sie, schweigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lieber, halten sich zurück oder gehen auf Nummer sicher. Das kostet Innovation, Lernmöglichkeiten und Vertrauen.
Führungskräften kommt hier eine zentrale Rolle zu. Wer aktiv zuhört, unterschiedliche Perspektiven einlädt und Fehler nicht bestraft, sondern als Lernmöglichkeit begreift, fördert ein Umfeld, in dem sich Menschen einbringen und das macht langfristig den Unterschied.
Erfolgsstory
Manchmal ist es nicht nur eine Frage der Qualifikationen, sondern vor allem der Perspektiven, des Willens und der Eigenwahrnehmung, die eine berufliche Entscheidung beeinflussen.
Ein Beispiel aus einer Zusammenarbeit zeigt dies eindrucksvoll. Eine Bekannte, die durch einen Quereinstieg vor wenigen Jahren in der Logistik tätig ist, ist in ihrer Position leider nicht glücklich. Nicht nur, dass ihr dort die Perspektiven fehlen, sondern auch ein Vorgesetztenwechsel machen ihren ohnehin schon anstrengenden Job zu einem täglichen Spiessrutenlauf. Ein solches Profil gehört normalerweise nicht in das Einsatzgebiet von uns, doch wir nahmen uns dennoch die Zeit, einen Tag lang nach geeigneten Alternativen für die Bekannte zu suchen. Besser gesagt, zu finden.
Nach dem ersten Vorstellungsgespräch bei einem Unternehmen entschied sich die Bekante, aufgrund von mangelnden Aufstiegsmöglichkeiten gegen das Angebot. Zwar machte sie sich ihre Gedanken, ob sie ohne Logistiker-Grundausbildung so schnell eine führende Stelle erhalten würde, doch so ganz perspektivenlos sollte ihre neue Position auch nicht sein.
Die Geschichte nahm jedoch schon sehr schnell eine überraschende Wendung: Sie erhielt ein weiteres Angebot vom HR in derselben Firma, in der sie eigenverantwortlich arbeiten kann – mit klaren Aufstiegsmöglichkeiten und einer deutlich besseren Perspektive für ihre berufliche Weiterentwicklung. Eine ursprünglich interne Stelle, die offiziell nicht ausgeschrieben war.
Es ist entscheidend, nicht nur auf das Hier und Jetzt zu schauen, sondern die langfristigen Perspektiven zu berücksichtigen. Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen und den Mut haben, auch mal “nein” zu sagen, öffnen sich neue Wege. In der Karriere geht es nicht nur um den nächsten Job – es geht um den nächsten Schritt, der uns wirklich erfüllt.
Headhunterlich,
Bodenmiller Recruitment GmbH

