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Herzlich willkommen zur 4. Ausgabe der Recruiting Times!
4 Jahre Bodenmiller Recruitment GmbH – Happy Anniversary
Am 1. April 2025 feierte die Bodenmiller Recruitment GmbH ihr 4-jähriges Bestehen. Und hierfür möchten wir zuerst einmal “Danke” sagen. Wir hatten, vor allem zu Beginn unseres Bestehens, das Privileg Unternehmen wie die Swiss IT Security Group, Synpulse Management AG und den Climatetech Pioneer climeworks interimsweise zu unterstützen. Parallel hierzu konnten wir sukzessiv das Festvermittlungs- und Temporär-Business aufbauen, worüber wir sehr stolz sind.
Allerdings war das Jubiläum auch nicht von Rückschlägen verschont. Wer uns regelmässig folgt, wird wissen, dass sich der Arbeitsmarkt für uns Dienstleister in der Schweiz, auf Basis des Staffingindex von Swissstaffing, abgekühlt hat. Nicht nur im Bereich der sich im Einsatz befindenden temporären Mitarbeiter, sondern vor allem auch im Bereich der Festvermittlungen. Letzteres hat sogar einen prozentualen double-digit Rückgang zu verzeichnen. Dies hat uns leider gezwungen interne Anpassungen vorzunehmen. Dass nicht jeder über diese Nachricht erfreut war, ist selbstverständlich. Allerdings zeigt sich in Zeiten der Krise die wahre Grösse eines Menschen – oder eben dann nicht.
Daher: auch die 2. Hälfte von 2025 wird ein herausfordernd, welche wir mit gemischten Gefühlen entgegenblicken – wohl wissend, dass wir glücklicherweise die Zügel für (Miss-) Erfolg selbst in der Hand halten.
Besuch von Eljub Ramic
Wie wir uns im aktuellen Markt bewegen, konnte @Eljub Ramic im Rahmen eines Schnuppertages letzte Woche live und persönlich erleben. Ramon und Eljub lernten sich vor vier Jahren kennen, als wir noch unseren Standort in Steinhausen hatten. Man war – im wahrsten Sinne des Wortes – Büronachbarn, allerdings hat man nicht im Detail über die Arbeit des anderen gesprochen.
Eljub konnte alle Bereiche unseres Jobs kennenlernen: von der Kaltakquise, über Stellenprofilbesprechung bis hin zum ersten Screening von Kandidaten über die direkte Ansprache bis hin zu Kandidateninterviews und Kundenprozessen. Dabei hat er schnell gemerkt: Headhunting ist mehr als nur Lebensläufe lesen – es geht um echtes Verständnis für Menschen, Märkte und individuelle Karrierewege. Mehr über seinen Einblick findet man hier.
Neben den fachlichen Einblicken kam auch der Spass nicht zu kurz. Es wurde viel gefragt, diskutiert und gelacht – genau so, wie wir es mögen.
Es war uns eine Freude, unser Wissen zu teilen und Ihm mit einem Einblick in unseren Beruf zu begeistern. Danke, Eljub, für Deinen Besuch, Deine Neugier und Deinen offenen Blick. Wer weiss – vielleicht war das ja der erste Schritt in eine spannende Zukunft in der Welt des Headhuntings ;-)

Quo Vadis Headhunting-Branche? Über den Einsatz von AI…
Denn auch unsere Zukunft und die der Branche im Allgemeinen steht, aufgrund diverser externer Faktoren, vor einem Umbruch: nicht nur die Weltwirtschaftslage, Kriege, Konflikte und logistische Herausforderungen tragen hierzu bei, sondern vor allem auch die (globale) Adaption und Implementation von AI.
Selbst wenn in den kommenden Jahren wieder “Friede, Freude, Eierkuchen” globalpolitisch herrscht, wir stehen an einem Wendepunkt. Fragen Sie Personaler mit 20+ Jahren Berufserfahrung – früher fand alles papierbasierend statt. Und dann kam das Internet und die digitalen Medien – mit ihren Jobbörsen, Netzwerken und Verbindungsmöglichkeiten im Recruiting. Und heute? Mit AI wird die nächste Phase im Recruiting eingeläutet. Chat-Bots, Matching-Tools oder Robot Recruiting sind nur der Anfang, denn alles, was operativ ist, wird künftig durch AI gesteuert. Hierzu zählen u.a. die Erstellung von Stellenanzeigen, die automatisierte und personalisierte Kontaktaufnahme von Kunden und Kandidaten, das Verfassen von Arbeitszeugnissen, das Verbuchen von Rechnungen oder das Einholen einer Rechtsberatung. Und das zu einem wesentlich günstigeren Preis als klassische “Man-/Womanpower“.
Aber was ist mit der Kehrseite dieses Fortschritts?
Wir klammern, für den Moment, bewusst Ethik und Recht aus: was passiert, wenn sich gewisse Jobprofile nicht nur verändern, sondern gar obsolet werden? Hiervon sind u.a.
- Software-Engineering,
- Content Writing,
- Kundendienst,
- Finanzen und
- HR
betroffen.
Sprechen wir jetzt nur über eine geringe Anzahl von Menschen und Berufsgruppen, die sich neu erfinden müssen? Oder sind die Konsequenzen gar weitreichender (und düsterer) als angenommen?
Genau das möchten wir noch letzten Teil des Newsletters thematisieren.
AI: Wohlstandstreiber oder Wohlstandsrisiko?
Während AI die Arbeitswelt revolutioniert, bringt es gleichzeitig massive soziale Verwerfungen mit sich. Während repetitive Aufgaben in Verwaltung, Kundenservice oder sogar im Recruiting zunehmend automatisiert werden, wächst die Gefahr struktureller Arbeitslosigkeit. Laut dem Future of Jobs Report 2025 des WEF entstehen zwar bis 2030 weltweit 78 Millionen neue Jobs – gleichzeitig verlieren aber Millionen Menschen ihre derzeitige Beschäftigung, ohne ausreichend schnell umgeschult werden zu können.
Hinzu kommt: Der vielzitierte Fachkräftemangel lässt sich nicht durch entlassene White-Collar Angestellte kompensieren. Bauarbeiter, Sanitärinstallateure, Pflegekräfte oder Elektromonteure lassen sich nicht „quer-einsteigen“, ohne jahrelange Ausbildung. Und selbst wenn doch: so gross ist der Bedarf an neuen Fachkräften dann nicht (mehr).
Folge? Die Lücke zwischen akademischer Bildung und praktischer Arbeit wird grösser – nicht kleiner. Eine Überakademisierung trifft auf eine technologische Revolution, die akademische Jobs zunehmend obsolet macht. Das kann und wird die Berufslehre kurz- bis mittelfristig wieder attraktiver machen (siehe Artikel in der deutschen Ard Tagesschau)
Denn wenn breite Teile der Gesellschaft aus dem Arbeitsmarkt fallen, während gleichzeitig essenzielle Berufe nicht besetzt werden können, braucht es neue Antworten. Die Aufwertung gewisser Berufsgruppen kommt schneller – nicht später. Die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen wird realistischer – nicht utopischer.
AI ist kein Feind – aber ihr Siegeszug braucht politische und gesellschaftliche Weichenstellungen. Sonst droht der technologische Fortschritt mehr Verlierer als Gewinner zu erzeugen.
Denn wir wissen alle: the only constant in life is change.
Headhunterlich,
Bodenmiller Recruitment GmbH

